Mittwoch, 13. Januar 2010

Buchbinden ohne Nadel und Faden …


… aber mit guter Haltbarkeit, wie Grafik zeigt. In Jackie's Book Arts Forum gab es einen leisen, milden Streit über das Für und Wider des Lumbeckens, sinnigerweis' im englischen „perfect binding” genannt. Ich finde, dass diese alternative Bindemethode für Zeitschriften, Lose-Blatt-Stapel und ähnliche Schrecknisse des Buchbinderhandwerks - vor allem von Amateuren - gerne mit gerümpfter Nase ignoriert wird. Denn ein mit Sorgfalt gelumbeckter Buchblock ist, richtig aufgebaut, ziemlich unkaputtbar, schnell zu erstellen und mit ein paar klassischen Buchbindertricks (z.B. einem schönen Kapitalband und einem ordentlichen Einband) vom gehefteten Buch so schnell nicht zu unterscheiden.
Oder was soll ich machen, wenn ich, wie bereits im letzten Post erwähnt, eine hammermäßig abgeleimte, fadengeheftete Buchbinderfachbuchruine mit zwei losen Lagen und nicht rechtwinklig geschnittenem Block günstigst kaufen kann? Easy: Rücken weg, lumbecken und weiter wie ein „richtiges” Buch behandeln.
Mehr und fachlich Gutes in dieser Broschüre aus dem Antiquariat: »Percival, G.S.; Graham, R.A.; Unsewn Binding; the Dryad Press, Leicester, erschienen 1959.

Kommentare:

Klaus von Mirbach hat gesagt…

So ises, lieber Peter, man muss es richtig machen. Ich freu mich, dass dir die "Spuren"-Bücher gefallen. Die gehen ja nur zu lumbecken, ich kann ja nur mit so einer Methode so eine Sammlung völlig unterschiedliche Papiere zusammenbringen. Der zweite Band ist fertig, am Wochenende poste ich dazu was. Ich habe mich sehr gefreut, Sarah Bodman von http://www.bookarts.uwe.ac.uk wird das Projekt in die nächsten news aufnehmen, mal sehen, jetzt muss ich nur noch nen Buchhändler oder ne Ausstellungsmöglichkeit finden. Bis bald . Herzliche Grüße

Klaus

vuscor hat gesagt…

Lieber Klaus, wohl wissend, dass deine BuBi-Werkstattausrüstung von bescheidenen Art ist, wage ich den Vorschlag zu machen, dass du in Zukunft auf der linken Seite deiner Einzelblätter 1,5 - 2 cm Freiraum lässt und eine der bemerkenswert haltbaren japanischen Fadenheftungen versuchst. Ausrichten, lochen/bohren, heften, verknoten & fertig. Evtl. noch etwas ableimen. Viel Spass damit. Guggsdumalhier: http://vuscor.blogspot.com/2008_12_21_archive.html