Mittwoch, 28. September 2016

Alte Noten

Alte Noten einbinden, das mach ich nicht sehr gerne, weil meist die flodderigen Seitenbündel richtig schön abgegriffen sind. Vielfach ist auch das Papier, auf dem gedruckt wurde, nicht gerade das beste, ganz besonders nicht bei den preiswerten Ausgaben vom Anfang des 20. Jhrh. Es ist stark gebräunt und nicht wenig brüchig.
Wenn aber die Frage, ob ich „das” mal einbinden könnte, von einer so hübschen jungen Dame kommt, dann kann ich wirklich nicht widerstehen. Hier das Ergebnis für „Maikes gesammelte Notenblätter”: Fadengeheftet auf 4 Köperbänder, Bezug handgemachtes Kleisterpapier aus der Behindertenwerkstatt, Lederrücken und gut gelungene, hübsch gerundete Ledereckchen, gewonnen aus einem Stück abgelegter Lederjacke der feineren Herkunft. Das Titelschildchen wird nachgereicht, der Drucker spinnt (mal wieder).

P.S.: Diese Art des extraschmalen Lederrückens
habe ich mir bei einer (veganen) Buchbinderin
in den USA, Bexx Caswell, abgeschaut. Chic, isn't it?



Kommentare:

Papierfrau hat gesagt…

jep.. sehr schick!
Gruß Papierfrau

pzillig | vuscor hat gesagt…

Danke für deinen Kommentar. Was würde der eingefleischte Wiener dazu sagen? Es is a Hetz und kost net vüh.

Hilke hat gesagt…

Ser hübsch, und wirklich beeindruckend saubere runde Ecken. Insgesamt sehr hübsch.
Aber du hast uns nicht verraten: Hat das Papier es ausgehalten? - Ah, natürlich hat es das, ich habe nicht wirklich Zweifel, dass du sowas gut hinbekommst. :-)

pzillig | vuscor hat gesagt…

Liebe Hilke, klar habe ich das (gut) hinbekommen. ;) Doch: Mit dieser Sorte Altapier habe ich sehr trübe Erfahrungen gemacht. Als Amateur mach ich keine pH-Testreihen, aber genau hinschauen, ‚befühlen’ und, ja, riechen, sagen mir, Vorsicht Zillig, das gibt Ärger. Beim Heften bin ich sehr vorsichtig und nehme sorgfältig gewachsten Zwirn. Kleister zum Ableimen ist mit BuBi-Leim-NN gemischt. Probleme macht das Papier im Beschneidhobel, wenn das Messer nicht 100%ig scharf und blitzeblank abgezogen ist. Aber ansonsten behandel ich die ollen Maschinenpapiere (post WWI und WWI) wie ein über 100jähriges Ei :
P.S.: Ich hab dieser Tage mit ein paar Bögen eines ganz frühen böhmischen Maschinenbüttenpapiers (ca. 1920-30) experimentiert und hatte keine Probleme. Es liegt IMHO an der Pulpe, die, das weiss ich aus Archivrecherchen meiner aktiven Zeit, in erster Linie aus unbehandeltem, chemisch gebleichtem Holzschliff bestand.

pzillig | vuscor hat gesagt…

auweia, Tüppfähler: soll heissen WWI und WWII, sorry

fotoleinwandbedrucken hat gesagt…

Very useful this post thanks for sharing information.

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