Montag, 6. Juli 2009

Best Bind, dein Name sei Lumbeck


Das passiert, wenn einen die Jahre zurückliegende Zusage plötzlich einholt: Irgendwas gegen 40 Stück heimatforscherischer Ergebnisse, fein auf 120 g Offset gedruckt, müssen nun vom Hobbyisten eingebunden werden, obwohl damals nur von „ein paar Stück” die Rede war: Fluch der guten Tat, äh, der ehrenamtlichen Aktivität. Also werde ich diese Woche immer schön fünf Blöcke lumbecken, im improvisierten Gestänge trocknen lassen, wieder fünf Blöcke lumbecken, trocknen lassen, fünf Blöcke lumbecken, im impr … .
Stichwort trocknen: Der BB (Lumbeck-Leim) stockt schon auf dem Pinsel, was bei einer Aussentemperatur von über 30 Grad im Schatten kein Wunder ist. Allerdings ist die Dispersion im Inneren auch nach 3 Stunden noch schön weich und super empfindlich. Egal, da muss der Hobbyist durch, und zwar schnell, denn es wartet ja noch die Herstellung der Rohdecken, das Beziehen und das Einhängen. Also: Schöne Woche Ihnen allen!

Kommentare:

buechertiger hat gesagt…

Klingt nach einer anstrengenden, aber interessanten Arbeit. Erinnert mich an meine Anfänge: Ich bin ja so richtig ins Buchbinden eingestiegen, als ich die Pflichexemplare meiner Diss gebunden hab' - Übrigens auch gelumbeckt (nach meinen jetztigen Standards überkommen mich allerdings Schauer, wenn ich daran denke, dass die krummen Gurken jetzt in Bibliotheken rumstehen).
Bin gespannt, wie du die Deckel gestalten wirst :-)

40 Stück dann am Ende in der Hand zu halten, wird die Zeit sicher wert sein!

vuscor hat gesagt…

Ach, ich will nicht naseweis sein, liebe Hilke, aber „interessant” ist IMHO anders. Interessant an dem „Job” war, die dem Amateur fehlende Lumbeck-Maschinerie, die für das Lumbecken von 40 identischen Büchern nötig ist, so zu improvisieren, dass die Leimung auch wirklich hält und ich in den vorgegebenen 5 AT fertig werde. Das mit der Gestaltung ist wirklich kärglich, das beschränkt sich auf Vorsatz und Kapital. Alles andere ist bereits vorproduziert :-D

buechertiger hat gesagt…

Meine Versuche, gleiche Bücher zu machen waren zugegebenermaßen bislang wenigstens farblich abwechslungsreich (beim Smiley Oracle sind kaum zwei gleich, und die Dissen habe ich mit verschiedenen Kleisterpapieren beklebt), aber ich fand die Arbeit immer interessant.
Daraus, dass man irgend etwas x-mal wieder macht, lässt sich 'ne Menge lernen.
"Schau'n wa mal, was du hinterher sagen wirst" - sagt der naseweise Büchertiger :-)

vuscor hat gesagt…

Diese durchgeplanten, durchgetakteten BuBi-Arbeiten haben IMHO etwas Zen-Buddistisches an sich. Ich werde spätestens nach dem zehnten identischen Arbeitesschritt gaaaaanz ruhig. :- • OMMMM