Vor ein paar Jahren bat mich ein Bekannter, eines seiner Lieblingsbücher aus fernen Jugendtagen „so nett einzubinden, dass es in meine Bibliothek passt.” Nu, ich habe zugesagt. Also brachte er mir sein Opus magnus vorbei. Das waren rund 300 Einzelseiten, die er sich mit Sorgfalt und scharfer Klinge aus einem damals gängigen Jungendmagazin über Jahre herausgetrennt, auf Format geschnitten und mit einer mindestens 5 - 6 mm dicken Schicht P****x-Kleber „gelumbeckt” hatte. Daraus habe ich ihm ein richtiges, schönes Buch in dunkelgrünem Leder gemacht. Frage nicht!
Auch wurden mir Bücher zum Herrichten vorgelegt, die waren nicht nur mit T***film, Isolierband, Gaffertapes, Kreppband wild „repariert”, zusammengeklatscht worden, nein, ganze Rücken waren durch Wellpappe und Stücke von Pralinenschachteln sowie glatte und strukturierte D***x-Fetzen ersetzt worden. Merke: Alte Bananenkartons stinken nach überreifen Bananen selbst nach Jahren unter schützender Selbstklebefolie.
Auch sehr übel zugerichtet war die dicke Bibelscharteke, aus der ich eine ganze Reihe von liebevoll eingeklebten Baumwollkordeln der Art herausfitzeln musste, mit der man sonst Alben auf japanische Weise zusammenknotet. Die frömmelnde Vorbesitzerin hatte sich mit verschiedenen Farben ihre Lieblingsstellen markiert, also keine Lesebändchen eingeschmuggelt, nein, Kordeln in einzelne Lagen eingeklebt. Mit U*u! Der Horror!
Nun finde ich auf einem Weblog, das ich gelegentlich besuche, weil ich Audras (BuBi-)Arbeit im Wilden Westen sehr schätze, ihr Weblog-Design schön finde, ihre saftige Sprüche goutiere und voller Spannung die Fertigstellung ihrer Buchbinder-Butze (Wespennest genannt) verfolgt habe.
Sie weist auf einen Beitrag bei Instructables, einer der führenden Do-it-yourself-Sites weltweit, hin, wo ein ebenso kreativer wie ahnungsloser Buchbinder-Hobbyist stolz dokumentiert, wie er ein hübsches Buch im heimischen Bastelkeller hinrichtet und dies „rebinding” nennt. Das muss man, natürlich auch die eingetrudelten Posts, gelesen haben. Der Horror!
Leider besteht bei Instructables die eherne Regel, dass nur „positive” und „konstruktive” Kommentare durchgehen. Solche handwerklichen Affekttäter sollten allerdings so geflamed werden, dass sie ihr Leben lang nie mehr ein Buch anfassen, es sei denn, um zu lernen wie man ein beschädigtes Buch reparieren kann. Lesen Sie, falls es interessiert „Repair an Old Classic Book (rebinding). Der Horror! Lesen Sie auch den ersten Post, der wurde mutig im Wespennest geschrieben. Vielleicht hilft's ja was.
Donnerstag, 25. März 2010
Donnerstag, 25. Februar 2010
Buchbindermesse Köln 2010
Damit ich nicht vergess' Ihnen zu berichten:
Die 11. Buchbinder-Messe Köln findet in diesem Jahr am Sonntag,
24. Oktober 2010,
von 11.00 bis 17.00 Uhr in der Palette, Lüderichstrasse 8, 51105 Köln (Kalk) statt. Auf bestimmte Ereignisse kann nicht früh genug hingewiesen werden, finde ich.
Aktualisierung: Gestern erreichte mich die Information, dass die Veranstalterin der Buchbindermesse die aktualisierten Informationen ins Netz gestellt hat. :: CLICK ::
24. Oktober 2010,
von 11.00 bis 17.00 Uhr in der Palette, Lüderichstrasse 8, 51105 Köln (Kalk) statt. Auf bestimmte Ereignisse kann nicht früh genug hingewiesen werden, finde ich.
Aktualisierung: Gestern erreichte mich die Information, dass die Veranstalterin der Buchbindermesse die aktualisierten Informationen ins Netz gestellt hat. :: CLICK ::
Sonntag, 14. Februar 2010
Revitalisierung : Stefan Kruckenhauser - Verborgene Schönheit
Gestatte mir, lieber Leser, liebe Leserin, dass ich tief durchatme und trotzdem seufze, denn die Darstellung des heute früh endlich fertiggestellten, revitalisierten Buchs hat eigentümlich viele braune Facetten - historische und technische. Der Autor, Stefan Kruckenhauser, ein in Österreich und Süddeutschland in den 30er Jahren emsig tätiger Fotograf, war auch, ja, Skiläufer. Letzteres ist für mich als Winterunsportling schnell abgehandelt, er gilt als der Erfinder des „Wedelns”.
Als Fotograf gehörte er zu den frühen Leica-Großkönnern. Seine kontraststarken Bilder sind Legende. Weil sie auch in ihrer knallharten, herben Bildauffassung hervorragend in das „Bild” der Nazis passten, die in Österreich, also in der Ostmark, nach dem „Anschluss” ein paar Jahre das Sagen hatten, konnte Kruckenhauser für seine Foto-Publikationen aussergewöhnlich hohe Auflagen verzeichnen: 1937 „Du schöner Winter in Tirol“, 1938 „Das Bergbild mit der Leica“, 1938 - 1964 "Verborgene Schönheit“ (7 Auflagen!), 1938 „Altdeutsche Bildschnitzer der Ostmark“, 1941 „Das Meisterwerk von Kefermarkt“. Seine Nachkriegspublikationen lass ich mal unerwähnt, sie sind mir dann doch zu „braun”.
Mein Exemplar ist eine frühe Ausgabe (1938) des Bestsellers ”Verborgene Schönheit”, die ich in erbärmlichem Zustand vor dem Reisswolf gerettet habe, weil mich die gezeigte Auffassung von Fotografie faszinierte. Der Einband war schwer beschädigt, wellig, hatte Wasserflecken, beide Gelenke waren defekt, zwei Lagen im Inneren gelöst, der Schutzumschlag fehlte. Dennoch, ein solches Buch, mit diesen Fotos, komplett im Tiefdruck, im Sepiaton der ganz alten Meister gedruckt, konnte ich nicht dem Kompost lassen.
Also: Klammern gezogen, vollständig zerlegt, den alten Heisskleber entfernt, vom Rückenschild den Titel abgelöst. Dann: Neue Vorsätze angepappt, auf vier 12mm-Bänder und mit dünnem Garn geheftet. Dabei habe ich alte Tackerlöcher nutzen können und musste nicht neu stechen. Lediglich die Fitzbünde habe ich vorsichtig eingesägt. So wurde die Heftung ein wenig nach aussen verlagert, aber mich stört es nicht. Insgesamt ist das Papier altersbedingt gebräunt, aber das passt ja gut zum Gesamteindruck des Buches (Ahem!). Eingebunden habe ich in ein schönes weinrotes Buchleinen, das mir die Annegret Dick (bei Kumetat) aus der Restekiste herausgekitzelt hatte. Mit dem zwar beschädigten, aber gut lesbaren Rückentitel und den handgemachten Kapitalbändchen ist es nun vollständig und steht selbstbewusst inmitten meiner anderen Fotobücher.
Als Fotograf gehörte er zu den frühen Leica-Großkönnern. Seine kontraststarken Bilder sind Legende. Weil sie auch in ihrer knallharten, herben Bildauffassung hervorragend in das „Bild” der Nazis passten, die in Österreich, also in der Ostmark, nach dem „Anschluss” ein paar Jahre das Sagen hatten, konnte Kruckenhauser für seine Foto-Publikationen aussergewöhnlich hohe Auflagen verzeichnen: 1937 „Du schöner Winter in Tirol“, 1938 „Das Bergbild mit der Leica“, 1938 - 1964 "Verborgene Schönheit“ (7 Auflagen!), 1938 „Altdeutsche Bildschnitzer der Ostmark“, 1941 „Das Meisterwerk von Kefermarkt“. Seine Nachkriegspublikationen lass ich mal unerwähnt, sie sind mir dann doch zu „braun”.
Mein Exemplar ist eine frühe Ausgabe (1938) des Bestsellers ”Verborgene Schönheit”, die ich in erbärmlichem Zustand vor dem Reisswolf gerettet habe, weil mich die gezeigte Auffassung von Fotografie faszinierte. Der Einband war schwer beschädigt, wellig, hatte Wasserflecken, beide Gelenke waren defekt, zwei Lagen im Inneren gelöst, der Schutzumschlag fehlte. Dennoch, ein solches Buch, mit diesen Fotos, komplett im Tiefdruck, im Sepiaton der ganz alten Meister gedruckt, konnte ich nicht dem Kompost lassen.
Also: Klammern gezogen, vollständig zerlegt, den alten Heisskleber entfernt, vom Rückenschild den Titel abgelöst. Dann: Neue Vorsätze angepappt, auf vier 12mm-Bänder und mit dünnem Garn geheftet. Dabei habe ich alte Tackerlöcher nutzen können und musste nicht neu stechen. Lediglich die Fitzbünde habe ich vorsichtig eingesägt. So wurde die Heftung ein wenig nach aussen verlagert, aber mich stört es nicht. Insgesamt ist das Papier altersbedingt gebräunt, aber das passt ja gut zum Gesamteindruck des Buches (Ahem!). Eingebunden habe ich in ein schönes weinrotes Buchleinen, das mir die Annegret Dick (bei Kumetat) aus der Restekiste herausgekitzelt hatte. Mit dem zwar beschädigten, aber gut lesbaren Rückentitel und den handgemachten Kapitalbändchen ist es nun vollständig und steht selbstbewusst inmitten meiner anderen Fotobücher.
Donnerstag, 11. Februar 2010
In eigener Sache: Ein Lob für handwerkliche Arbeit
Im letzten Post habe ich, ziemlich schüchtern für meine Verhältnisse und stark rücksichtnehmend auf meine sensiblen & pingeligen Buchbindefreunde, ein paar Gedanken skizziert, wie ‚man’ die unbefriedigende Fortbildungs- u. Kommunikationssituation für Buchbinde-Amateure im Rheinland verbessern könnte. Einen Gedanken, den ich noch ein wenig für mich behalten möchte, wollte ich gleich vom Start an visualisieren. Deshalb habe ich meinen (Internet-)Freund Ralf Zeigermann, einen bekannten Zeichner, Art-director, Musiker, Fotograf und Arno-Schmidt-Kenner gebeten, meinen Einfall zu visualisieren. Als Gegenleistung für sein Arbeit habe ich ihm das hochvornehme Noname-Skizzenbuch mit dem extraschmalen Maroquin-Rücken geschenkt. Und nun hat er das quadratische Büchlein auf seiner Website präsentiert, was mich doch sehr freut: [ http://zeigermann.com/cartoonist/2010/02/10/a-new-sketchbook/ ]. Auch ich danke herzlich und werde bei passender Gelegenheit das Ergebnis unserer gemeinsamen Hirnung recht bald posten.
Montag, 8. Februar 2010
Buchbinden - Unvollständige Notizen zur Entwicklung eines Gedankens
Über den Köpfen der Besucher- u. Besucherinnen der Kölner Buchbindermesse lockt seit 2008 ein kleines rotweisses Wimpelchen in der Kantine der Palette Freunde und Gleichgesinnte an einen reservierten Tisch. Unter diesem Zeichen trafen sich schon zum zweiten Mal einige Buchbindefreunde zum Gedankenaustausch, um sich zwischen zwei Rundgängen zu erfrischen oder nach dem dritten Durchgang die gequälten Füße zu schonen und die Geldbörse zu überprüfen.
Leider habe ich noch kein besseres Bild, um meine Worte zum Thema „Förderung des Gedankens der Handbuchbinderei in Rheinland” zu illustrieren. Immerhin war und bleibt der „Stammtisch der Falzbeinschubser” ein erster vorsichtiger Versuch in eine neue Richtung. Gebeten, nein liebevoll geschubst, wurde ich, einige meiner Ideen zum Thema zu posten. Das will ich hiermit tun.
1. Ein flaues Empfinden
Ich bin sicher nicht allein, wenn ich sage, dass sich in der deutschen buchbindenden Szene momentan viel zu wenig tut was Qualität, Gestaltung, Ausbildung, Kommunikation, Bild in der Öffentlichkeit etc. angeht. Das hat eine Reihe von Ursachen, die an anderer Stelle einmal aufgezählt und analysiert werden müssen.
2. Fehlende Kommunikation
Aus der Sicht der Amateur-Buchbinder fehlt es an Möglichkeiten für einen Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten, Informationsmöglichkeiten über Technik und Material, Schulung, Übungen Vorführungen etc.
2.1 Wie sieht es da aus der Sicht der Profi-Handwerker aus?
2.2 Wieso sind uns Länder wie die USA oder auch England weit voraus? Liegt das daran, dass dort zwischen Profis und Amateuren weniger Unterschiede gemacht werden? Haben beispielsweise die Amerikaner weniger Berührungsängste als die Deutschen? Die im Internet zu besichtigenden Arbeitsergebnisse sind jedenfalls IMHO ermutigend.
3. Buchbindermesse Köln
3.1 Mein Gedanke ist, um diese Verkaufsmesse herum ein Programm im skizzierten Sinn zu gestalten: Infos, Vorträge, Vorführungen etc. Das nutzt uns allen und bringt der Messe vielleicht neue Kunden. Anm.: Welche Möglichkeiten es in Zukunft räumlich geben wird, entscheidet sich bald, der Umbau der Palette ist in einigen Wochen abgeschlossen.
3.2 Ein Rahmenprogramm könnte auch Anreize für mögliche Besucher schaffen, die von weit(er) her anreisen müssen; der reine Kaufwunsch reicht wohl nicht aus, 400 - 600 km zu überbrücken.
4. Online
Wie nützlich wäre ein eigenes Online-Portal (oder eine ähnliche Aktivität)?
4.1 Wie nützlich ist ein Online-Portal, wenn es nur von 2 oder 3 Aktivisten bestritten wird, und der Rest der Truppe lediglich passiv mitliest? Welche Anreize können da geschaffen werden?
4.2 Wie können wir bereits bestehende Online-Aktivitäten verbessern, weiterentwickeln?
4.3 Face-to-face: Ist es vernünftig, einen regionalen ‚Buchbinder-Jour-fixe’ einzurichten? Wenn ja, wo, wie oft?
5. Sonstiges
Verbindliche Antworten auf alle Fragen fehlen mir ebenso wie eine vollständige Liste aller relevanten Argumente. Dies sind also meine ersten, quasi öffentlich gemachten Notizen zu einem Thema, das mich bewegt. Was daraus wird, k.A., das liegt nicht zuletzt an der Zielgruppe: Freunde und Akteure der Handbuchbinderei. Haben Sie eine bessere Umschreibung der Zielgruppe: Bitte sehr, die Kommentarfunktion steht Ihnen offen - und natürlich auch allen anderen nützlichen Beiträgen.
Leider habe ich noch kein besseres Bild, um meine Worte zum Thema „Förderung des Gedankens der Handbuchbinderei in Rheinland” zu illustrieren. Immerhin war und bleibt der „Stammtisch der Falzbeinschubser” ein erster vorsichtiger Versuch in eine neue Richtung. Gebeten, nein liebevoll geschubst, wurde ich, einige meiner Ideen zum Thema zu posten. Das will ich hiermit tun.
1. Ein flaues Empfinden
Ich bin sicher nicht allein, wenn ich sage, dass sich in der deutschen buchbindenden Szene momentan viel zu wenig tut was Qualität, Gestaltung, Ausbildung, Kommunikation, Bild in der Öffentlichkeit etc. angeht. Das hat eine Reihe von Ursachen, die an anderer Stelle einmal aufgezählt und analysiert werden müssen.
2. Fehlende Kommunikation
Aus der Sicht der Amateur-Buchbinder fehlt es an Möglichkeiten für einen Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten, Informationsmöglichkeiten über Technik und Material, Schulung, Übungen Vorführungen etc.
2.1 Wie sieht es da aus der Sicht der Profi-Handwerker aus?
2.2 Wieso sind uns Länder wie die USA oder auch England weit voraus? Liegt das daran, dass dort zwischen Profis und Amateuren weniger Unterschiede gemacht werden? Haben beispielsweise die Amerikaner weniger Berührungsängste als die Deutschen? Die im Internet zu besichtigenden Arbeitsergebnisse sind jedenfalls IMHO ermutigend.
3. Buchbindermesse Köln
3.1 Mein Gedanke ist, um diese Verkaufsmesse herum ein Programm im skizzierten Sinn zu gestalten: Infos, Vorträge, Vorführungen etc. Das nutzt uns allen und bringt der Messe vielleicht neue Kunden. Anm.: Welche Möglichkeiten es in Zukunft räumlich geben wird, entscheidet sich bald, der Umbau der Palette ist in einigen Wochen abgeschlossen.
3.2 Ein Rahmenprogramm könnte auch Anreize für mögliche Besucher schaffen, die von weit(er) her anreisen müssen; der reine Kaufwunsch reicht wohl nicht aus, 400 - 600 km zu überbrücken.
4. Online
Wie nützlich wäre ein eigenes Online-Portal (oder eine ähnliche Aktivität)?
4.1 Wie nützlich ist ein Online-Portal, wenn es nur von 2 oder 3 Aktivisten bestritten wird, und der Rest der Truppe lediglich passiv mitliest? Welche Anreize können da geschaffen werden?
4.2 Wie können wir bereits bestehende Online-Aktivitäten verbessern, weiterentwickeln?
4.3 Face-to-face: Ist es vernünftig, einen regionalen ‚Buchbinder-Jour-fixe’ einzurichten? Wenn ja, wo, wie oft?
5. Sonstiges
Verbindliche Antworten auf alle Fragen fehlen mir ebenso wie eine vollständige Liste aller relevanten Argumente. Dies sind also meine ersten, quasi öffentlich gemachten Notizen zu einem Thema, das mich bewegt. Was daraus wird, k.A., das liegt nicht zuletzt an der Zielgruppe: Freunde und Akteure der Handbuchbinderei. Haben Sie eine bessere Umschreibung der Zielgruppe: Bitte sehr, die Kommentarfunktion steht Ihnen offen - und natürlich auch allen anderen nützlichen Beiträgen.
Sonntag, 7. Februar 2010
Buchbinders Zitatesammlung : Aus gegebenem Anlass heute neu
Folgendes wird Walt Whitman zugeschrieben: »I cut whatever I find.« Ich finde, das passt gut zum Recycling-Gedanken der Portenios im letzten Post.
Und dieses Zitat, Edgar Mansfield zugeschrieben, möchte ich (mir) noch einmal in Erinnerung rufen: »Think twice cut once!« Ich habs nicht beachtet und muss nun sehen, wie ich einen ganzen Bogen vom granatapfelroten Nepalpapier herbeischaffen kann. Helleres gibt es, dunkleres auch, aber das verschnittene nicht.
Und dieses Zitat, Edgar Mansfield zugeschrieben, möchte ich (mir) noch einmal in Erinnerung rufen: »Think twice cut once!« Ich habs nicht beachtet und muss nun sehen, wie ich einen ganzen Bogen vom granatapfelroten Nepalpapier herbeischaffen kann. Helleres gibt es, dunkleres auch, aber das verschnittene nicht.
Basic Books von der Cooperative Eloisa Cartonera
„Round midnight” kommen die wirklich interessanten Beiträge in der Glotze, der Rest des Tages ist für den Dünn***** der öffentlich rechtlichen Quotenraffer reserviert. Gestern Nacht lief ein bemerkenswerter Arte-Beitrag bei TV5, der sich mit der kulturellen Situation in Argentinien im Zeichen der erschreckenden Massenverarmung beschäftigte.
Neben anderem wurde über eine Cooperative namens „Eloisa Cartonera” berichtet. Beschäftigt haben mich einige wenige Sätze und erfreut hat mich die Geschicklichkeit und der Mut der betroffenen Menschen: „Ein normales Taschenbuch kostet in Buenos Aires ca. vierzehn Euro. Davon kann ein Mensch 5 Tage leben! Also kann er sich keine Bücher leisten.”
Weil auch arme Menschen lesen wollen, sagt die Cooperative mit Recht, haben sich ein paar Dutzend Buchaktivisten zusammengetan und machen Bücher, nicht unbedingt nur für Arme, sondern mit allereinfachsten Mitteln zum niedrigstmöglichen Preis. Alle, Autoren, Illustratoren, Drucker, Grafiker, Buchbinder und Distributoren gehören zur Cooperativa Eloisa Cartonera. Für den europäischen Betrachter wirkt das alles sehr malerisch, ist es aber nicht, sondern im allerbesten Sinne ökonomisch (bescheiden) und ökologisch (erfolgreich).

Also finden sich die neuesten Gedichte des Quartier-Heros in den Zuschnitten aus einem Champagner- und die Werke seiner Kollegin in einem Seifengebinde wieder. Alle Buchdecken werden individuell gestaltet und sind handbemalt. Zusammengefasst: Pappe, Lage, Heftung, hurrah, ein Buch. Ich bin begeistert! Leider ist Buenos Aires zu weit weg, um zu kaufen.
Cooperative: http://www.eloisacartonera.com.ar/ENGversion.html
Flickr: http://www.flickr.com/photos/eloisacartonera/with/3548234023/
google-Bilder: http://tinyurl.com/yzkw9xp
Neben anderem wurde über eine Cooperative namens „Eloisa Cartonera” berichtet. Beschäftigt haben mich einige wenige Sätze und erfreut hat mich die Geschicklichkeit und der Mut der betroffenen Menschen: „Ein normales Taschenbuch kostet in Buenos Aires ca. vierzehn Euro. Davon kann ein Mensch 5 Tage leben! Also kann er sich keine Bücher leisten.”
Weil auch arme Menschen lesen wollen, sagt die Cooperative mit Recht, haben sich ein paar Dutzend Buchaktivisten zusammengetan und machen Bücher, nicht unbedingt nur für Arme, sondern mit allereinfachsten Mitteln zum niedrigstmöglichen Preis. Alle, Autoren, Illustratoren, Drucker, Grafiker, Buchbinder und Distributoren gehören zur Cooperativa Eloisa Cartonera. Für den europäischen Betrachter wirkt das alles sehr malerisch, ist es aber nicht, sondern im allerbesten Sinne ökonomisch (bescheiden) und ökologisch (erfolgreich).

Bildquelle: flickr
Jedes dieser Bücher kostet ca. 1 €. Wer sich im Buchwesen auskennt, sieht auf Anhieb. leider nicht auf den Fotos, wie sie in mühevoll-kleinteiliger Handarbeit produziert werden: Der Buchblock wird auf A4 quer fotokopiert, einmal gefalzt und in eine Karton-Decke geheftet, die von emsigen Einsammlern morgens früh aus den Containern der Geschäfte gerettet und zugeschnitten werden. Also finden sich die neuesten Gedichte des Quartier-Heros in den Zuschnitten aus einem Champagner- und die Werke seiner Kollegin in einem Seifengebinde wieder. Alle Buchdecken werden individuell gestaltet und sind handbemalt. Zusammengefasst: Pappe, Lage, Heftung, hurrah, ein Buch. Ich bin begeistert! Leider ist Buenos Aires zu weit weg, um zu kaufen.
Cooperative: http://www.eloisacartonera.com.ar/ENGversion.html
Flickr: http://www.flickr.com/photos/eloisacartonera/with/3548234023/
google-Bilder: http://tinyurl.com/yzkw9xp
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