Mittwoch, 21. November 2012

Wirb oder stirb — Nützliches anempfohlen für Buchbinder und Anverwandte

Heute möchte ich das lobenswerte publizistische Engagement von ein paar Individualisten mit ein wenig Werbung für ihre Projekte unterstützen.
Erstens: Mit eigener guter Erfahrung möchte ich auf einen wichtigen Autoren aus dem Bereich des Buchbindens und der Restaurierung hinweisen. Der Mann ist ein erfahrener Buchbinder und ein begnadeter Systematiker.

Wörterbuch des Buchbinders, Buchrestaurators und -konservators 
http://rw-verlag.de/woerterbuch-des-buchbinders/  ]
Deutsch-Französisch Dictionaire de relieur, restaurateur et conservateur du livre … français-allemand
Claus Maywald-Pitellos, 2004
Wendeband: 64 + 62 Seiten, kartoniert, 20 cm x 14 cm
ISBN-10  3-931775-08-9
ISBN-13  978-3-931775-08-7

EUR 19,80 b / 18,50 n [D]

Schreibtinten [ http://rw-verlag.de/schreibtinten/ ]
Einführung und Übersicht
2., überarb. und erw. Ausg.
Claus Maywald, 2010
99 Seiten, kartoniert, 20 cm x 14 cm
ISBN 978-3-931775-15-5
EUR 16,80 b / 15,70 n [D]

Zweitens: Volle Deckung, Opa erzählt vom Krieg! Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in die Lage komme, jungen Menschen zu erzählen, wie „früher”, also vor dem PC, ein grafisches Atelier, ein freier Gestalter oder auch ein Reinzeichner gearbeitet hat. Ungläubiges Staunen allenthalben. Deshalb ist Ralf Zeigermanns Buch so wichtig. Ohne falsches Sentiment, ohne verklärenden Kitsch zeigt er eine versunkene Arbeitskultur in einem schönen großformatigen Bildband mit vielen interessanten Hintergrundinformationen.

Werkzeuge des Graphikers [ http://rw-verlag.de/werkzeuge-des-graphikers/ ]
[vor Einführung der Computer]
Ralf Zeigermann, 2012 [ http://zeigermann.com/Die_Werkzeuge_des_Graphikers/Das_Buch.html ]
188 Seiten, Fadenheftung, 28 cm x 25 cm
ISBN 978-3-931775-17-9
EUR 39,90 b / 37,29 n [D]

Wenn Sie mehr wissen wollen oder wenn Sie gleich beim Ein-Mann-Verlag bestellen wollen, hier bitte geht's lang:
Robert Wiegner [ post@rw-verlag.de ]
Grabenstraße 15
53639 Königswinter


Sonntag, 18. November 2012

Status : Recherchieren und Schreiben und gelegentlich Bücher reparieren

Ein zufälliger Blick auf das Datum meines letzten Posts sagt mir, dass die Zeitspanne zwischen da und jetzt viel zu lange ist. Der Grund dafür ist ein Auftrag, den ich angenommen habe, der nichts mit Buchbinden zu tun hat und aus meinem verflossenen Erwerbsleben auf mich übergekommen ist. Ich hätte „nein” sagen können, habe ich aber nicht, weil einerseits der Auftraggeber ein ausgesprochen positiver Mensch ist, dem ich nichts abschlagen kann. Und andererseits ist das Honorar für mich als Rentner auch nicht zu verachten. Also schreibe ich, undiszipliniert wie in alten Business-Zeiten, mal viel, mal weniger, aber eigentlich täglich.
Um handwerklich nicht ganz zu verblöden, repariere ich momentan für einen Freund zwei voluminöse Bücher aus den frühen 60er Jahren. Thema: Oldtimer. Mit Goldschnitt. Hui!
Wie habe ich diese beiden Schwarten schon verflucht. Das damals so gerne durch die Druckmaschine geschickte Offsetapier ist sauschwer und mächtig oberflächenbehandelt. Die Pappe in den Buchdecken ist Müll und stinkt jämmerlich, wenn sie angefeuchtet wird. Die buchbinderische Verarbeitung verdient nicht die Bezeichnung. Die kiloschweren Buchblöcke sind noch nicht einmal gelumbeckt worden, sondern lediglich mit einem Hauch von Schmelzkleber zusammengeklatscht. Keine Spur von einer Hülse, die das Öffnen und Schließen schwerer Bücher unterstützen sollte. Kein Wunder, dass die Bücher auseinander brechen. Buch 2 braucht darüber hinaus einen neuen Rücken.
Nun gut, ich habe die Blöcke sauber (wg. Goldschnitt) ausgerichtet, am Rücken eingesägt, ordentlich gelumbeckt, Fäden eingelegt und mit 3F-Gaze stabilisiert. Die Hülse aus Kraftpapier ist auch schon drauf. Das sollte für die nächsten Jahre halten und der Besitzer kann wieder genäschig darin blättern. Was der Mann, der ein begnadeter Mechaniker ist, gerne tut, denn computern mag er gar nicht.
Noch nicht ganz fertig: Der Rücken fehlt noch und die 3F-Gaze lässt sich nur ungern abbilden.
Was mich aber wirklich wurmt ist, dass ich meine neu erworbenen Kenntnisse vom Franzbandln aus dem Sommer (noch) nicht richtig vertiefen konnte. :D

Montag, 24. September 2012

Buchbinden : Ein Hammer ist immer dabei

My nice new «VIH»
Dies ist die kurze Geschichten meines neuen VIH (Very Importand Hammer).
Nach dem Kurs in Montefiascone, wo ich gelernt habe, mit einem Hammer bestimmte Buchbindeprobleme mit gezielten, kontrollierten Schlägen zu beheben, musste ich meinen alten, treudeutschen Schusterhammer in Rente schicken. Auch vor Monte hatte ich mit dem Ding nicht wirklich gerne Rücken geklopft.
In Monte habe ich dann die angelsächsischen „cobbler hammer”, im englischsprachigen Raum verbreiteten Schuster-/Lederbearbeitungs-Hämmer, kennen- und schätzen gelernt. Die sind wirklich besser geeignet, weil anders austariert. Darüber hinaus ist es völlig illusorisch, zu glauben, einen der raren alten „beating hammer”, also (Papier)-Schlag-Hämmer, irgendwo zu kaufen. Kurs-Leiter Jeff hat auch nicht verraten, wie es ihm gelungen ist, seinen 7-8 Pfund schweren „Buchbinder-Papier-Schläger-Motteck” zu ergattern.
Ich habe dann gegoogelt und einen nach dem anderen der aufgelisteten Anbieter angefragt. Übereinstimmende Antwort: Nicht lieferbar. Eine freundliche Anbieterin in Düsseldorf wusste auch keinen Rat, der letzte erreichbare Hersteller (in den USA, der mit den leuchtend blau lackierten Finnen) antwortete nicht auf eine Anfrage.
Nächste Station war dann ebay. 14 mal habe ich mitgeboten und wurde massiv überboten. Kann ein gebrauchter, teilweise sogar heftig rostiger, stielloser Hammer, auch ein spezialisierter Cobbler-Hammer, bis zu 50 $, einer brachte sogar 58 $, wert sein? Mag ja sein, ich zahle das nicht, denn es kommen ja noch die nicht unbedeutenden Versandkosten hinzu (USA= 20-30$). Also, finde ich, privat-betriebswirtschaftlich ist das nicht zu vertreten.
Dann war ich endlich erfolgreich. Versuch Nr. 15 war ein Treffer. Das Hämmerle von 475 g ist in einem gutem (vintage) Zustand; kleine Kratzer an und auf der Schlagfläche habe ich wegpoliert, der Stiel sitzt hammerfest, es kann losgehen. Für alles in allem 14,85 € lag er heute im Postkasten.

Sonntag, 16. September 2012

Von Büchern auf Papier


«Umbrüche haben eben auch ihr Gutes. Vom Buch auf Papier allerdings ist Unseld auch weiterhin überzeugt: „Es ist das ausgereifteste technische Produkt der Menschheit.“ Auch wenn er Manuskripte mittlerweile auf dem iPad liest.» Zitat aus dem FAZ-Artikel „Gedanken auf der Trainerbank” vom 15. 09. 2012; Autor Florian Balke. => Link zum Original-Artikel funktioniert nicht. 

Samstag, 15. September 2012

Buchbinden - wie in vor-revolutionären Zeiten


Diesen Kurs hatte ich mir schon lange gewünscht: „18th century French Binding Structures in Montefiascone”, von und mit Jeff Peachey. Alles in allem war und bin ich von meinem Sommerabenteuer total begeistert. Selbst als alter Hase konnte ich vieles lernen. Das lag nicht zuletzt an dem interessanten Thema und dem gestrengen Kursleiter, der aber keine Frage unbeantwortet ließ.
Buchbindetechnik in vorrevolutionären Zeiten bedeutete auch, vorbereitend die ‚einschlägige’ Literatur zu lesen, mich während des Kurses auf 12–13 individuelle englischen Sprachmelodien und -denkweisen einzustellen und, zurück in Köln, mir einen Hammer zu besorgen.
Jeff Peachey, hatte den Teilnehmern neben einer Liste für das mitzubringende Buchbindewerkzeug auch eine liebevoll zusammengestellte Literaturliste zugeschickt, die, logisch, englischsprachige Titel enthielt. Einiges besitze ich schon seit längerem im Original, bzw. in englischsprachigen Nachdrucken (Dudin etc.). Auch mein Diderot ist ein Nachdruck, der die wunderschönen Tafeln großformatig zeigt. Die Tafeln im englischen Dudin-Nachdruck sind dagegen grässlich, geradezu eine Zumutung. 
Weil mein Englisch ist nicht so gut ist, dass ich die vorgeschlagene (semi-)wissenschaftliche Literatur locker abarbeiten könnte, musste ich mich durch die einschlägigen deutschsprachigen Autoren und die deutschen Übersetzungen googeln. Ich wurde schnell fündig. Eine meiner amüsanten Lesefrüchte habe ich bereits :: hier :: gepostet. Darüber hinaus ist der eine oder andere Literaturhinweis nur mit großen Schwierigkeiten zu beschaffen oder nur teuer zu erwerben. 
Zum Kursgeschehen  bleibt mir zu sagen, dass ich mich richtig wohl gefühlt habe. Die Atmosphäre in dem alten Gemäuer am Rande dieser ehrwürdigen Stadt war einfach herrlich. Meine Mitstreiterinnen und -Mitstreiter waren alle durchwegs eine Generation jünger als ich. Was ich von Jeff und von ihnen gelernt habe, ist für meine weitere Arbeit interessant und wichtig. Fast alle waren sie gut ausgebildete Profis an der Schwelle ihrer beruflichen Karriere oder auf dem Sprung in die Welt der Restaurierung und des Buchbindens. 
Und jetzt zum Hammer, oder das, was ich dafür gehalten habe. Wie bereits erwähnt, ist Jeff ein gestrenger Lehrer, auch was das Werkzeug anlangt. Die Qualität seiner restauratorischen und buchbinderischen Arbeiten ist über jeden Zweifel erhaben, technisch und ästhetisch. Seine selbst entwickelten oder optimierten Werkzeuge, beispielsweise seine Lederschärfmesser, sind legendär. 
Im Kurs demonstrierte er, auch an Hand von historischen Büchern, wie und mit welchem Effekt Bücher mit dem Hammer zu bearbeiten sind: Die gefalzte einzelne Lage, der  zusammengetragene Stapel und, nicht zu vergessen, die Pappen für den Einband. 
Wer Diderot und Dudin und ihrem Protagonisten, Jeff Peachey, nicht recht Glauben schenken mag, dem zitiere ich den Herrn Dr. H. Leng nach seinem Lehrbuch der Gewerbskunde, erschienen 1834: „ … ein Buch, das 20 Minuten zum schlagen erfordert …”.
Zum Vergleich: Vor und nach dem Schlagen der Lagen http://tinyurl.com/995gtc9
Leider gibt es beim Nachempfinden der Schlagtechnik ein Problem, denn solche „beating hammer” gibt es nicht mehr, selbst in Museen sind sie rar. Also behilft sich der flexible Buchbinder mit einem Schusterhammer, so wie ich. Dieses Teil deutsch/französischer Herkunft wurde misstrauisch beäugt und wg. verschiedener Gebrechen verworfen. Der in Ehren gealterte englische Schusterhammer von 545 g, wie ihn mein Tischnachbar von der Oxford-Library benutzte, stand nun ganz oben auf meiner Wunschliste. Mit diesem Hammer ließe sich ganz wunderbar arbeiten.
Mir einen solchen zu beschaffen entpuppte sich als ein nahezu aussichtsloses Unterfangen. Wo immer ich angefragt habe, hieß es: Nicht lieferbar! Nachlieferung ungewiss. Eine Quelle in den USA könnte liefern, doch scheue ich die fast 30 $ Versandgebühr. Gestern Nacht war ich dann mit meinem 14. Versuch auf ebay endlich erfolgreich. Für  £14,72, einschl. Versand, gehört der Hammer jetzt mir. Und für das Schlagen im gröberen Umfang (mit großer runder, balligen Schlagfläche usw.) habe ich auch schon eine japanische Lösung in Aussicht. Nun denn: „Aufwärts zur vor-revolutionären Buchbindetechnik”! 

Dienstag, 11. September 2012

Untrennbar: Buchbinden & Buntpapier

Kleisterpapier von Tanja, Bucheinband und schiefes Foto von  mir


Bei meiner Buchbinde-Freundin Tanja Karipidis kommen zwei Komponenten zusammen, die mich mutig machen, ihre Arbeit, sprich ihr Produkt Buntpapier nach wie vor uneingeschränkt weiterzuempfehlen. Können und Erfahrung, das ist Komponente Nr. 1; Komponente Nr. 2 ist ihre nimmermüde Bereitschaft, auch über ihren Sprengel Erlangen hinaus, ihr Wissen und - so es geht - ihr Können weiterzugeben.
Leider ist es - nach Aussage von Tanja und nach meiner persönlichen Erfahrung - schwierig, Teilnehmer an Workshops zum Thema Kleisterpapier zu aktivieren. Liegt es an den Entfernungen, an den Kosten oder gar daran, dass „Kleisterpapier” eh ein jeder schon kann?  Oder liegt es daran, dass die Bereitschaft, Neues zu erlernen oder Gekonntes zu vertiefen, gar zu verfeinern, in unseren Breiten nicht sehr verbreitet ist?
Bisher war der hohe Norden von zwei in Hamburg ansässigen, wohlbekannten Buntpapiererinnen bestens versorgt; die Mitte und der Süden blieben überwiegend Diaspora.
Tanja Karipidis bietet nun für Buntpapier-Freundinnen und -Freunde oder solche, die es noch werden wollen, eine Reihe von Kursen an, die ich wärmstens empfehlen kann. Doch lesen Sie selbst:

=> Workshops 2012

22. und 23. September 2012
Buntpapier-Manufaktur
W335002
Sa 10–16 Uhr und So 10–16 Uhr
Altstädter Kirchenplatz 6, 91054 Erlangen
Anmeldung unter vhs-erlangen.de

3. und 4. November 2012
Buntpapier-Manufaktur
Workshop - Nr. 44.2012
Sa 10–18 Uhr und So 9–16 Uhr

Papiermühle Homburg, Gartenstraße 7, 97855 Homburg/Main
Anmeldeformular anfordern bei manufaktur@buntpapier.eu

10. und 11. November
Kleisterpapier – nach Herrnhuter Art bis modern
Workshop - Nr. 45.2012
Sa 10–18 Uhr und So 9–16 Uhr

Papiermühle Homburg, Gartenstraße 7, 97855 Homburg/Main
Anmeldeformular anfordern bei manufaktur@buntpapier.eu

=> Workshops 2013

12. Januar 2013
Kleisterpapier nach Herrnhuter Art
W335003
Sa 10–17.15 Uhr

Altstädter Kirchenplatz 6, 91054 Erlangen
Anmeldung unter vhs-erlangen.de

13. Januar 2013
Buntpapier frei gestalten
W335004
So 10–17.15 Uhr

Altstädter Kirchenplatz 6, 91054 Erlangen
Anmeldung unter vhs-erlangen.de

Wenn ich Ihr Interesse geweckt haben sollte, wenden Sie sich bitte direkt per eMail an die Erlanger Buntpapiermanufaktur (aka Tanja Karipidis)! Und wenn Sie schöne Blätter geschaffen haben, dann würde ich mich über ein Foto für mein Blog riesig freuen.

P.S.: Ich werd' mal das Ohr an die Schiene legen und versuchen herauszuhorchen, ob es sich nicht lohnen würde, 2013 im Rheinland, in Köln, ein schönes Kleisterpapierwochenende anzubieten.

Samstag, 11. August 2012

Buchbinden ohne Nadel und Faden : Historische Fundsache



Das Suchwort „lumbecken” wird im deutschen Sprachraum gerne synonym benutzt für Klebebindungen und bringt bei google ungefähr 8.890 Ergebnisse (in 0,22 Sekunden). Ohne den Sauerländer Emil Lumbeck gäbe es keine Taschenbücher und auch keine schnell eingebundenen Papierbündel. Herr Lumbeck war Buchhändler und ein begeisterter Büchersammler. Ihm haben wir zu verdanken, dass zartfließenden, edel duftenden Kunstharz-Klebern der Weg weltweit in die Grafische Industrie geebnet wurde. Nach eigenen Worten war ihm das Geknarrze der mit durchgetrockneten Knochen- oder Fischleim stabilisierten Buchrücken ein Graus. Und erst der Gestank beim Erhitzen und Verarbeiten, grauslich. Dann also Kaltleim auf Kunstharzbasis, welche Erleichterung. 
Aber, Freunde, erfunden hat der Herr Lumbeck das nadel- und fadenlose Heften von Papierbögen zu Büchern nicht. Wer wirklich und eigentlich der Schöpfer der peniblen Bindearbeit war, lässt sich nicht mehr dokumentieren. Diese Buchbindetechnik hat viele Mütter, Väter, Tanten und Onkel. Es gibt da divergierende Versionen in national unterschiedlichen Buchbinde-Schulen. Und nun entziffere ich in der digitalisierten Version eines Buches von 1834, erschienen in Ilmenau bei Bern. Friedr. Voigt, dass es schon in den bewegten Zeiten der Aufklärung ernsthafte Versuche gegeben haben muss. In diesem hunderte Seiten starken Werk ist alles zusammengefasst, was sich zum Thema Handwerk - im weitesten Sinne - seit den 50er und 60er Jahre des 18. Jahrhunderts darstellen ließ.
Der Titel lautet: Neuer Schauplatz der Künste und Handwerke. Mit Berücksichtigung der neuesten Erfindungen. Herausgegeben von einer Gesellschaft von Künstlern, Technologen und Professionisten. Mit vielen Abbildungen. Dr. H. (Heinrich) Leng, Lehrbuch der Gewerbskunde.
Auf Seite 341, unter der Rubrik Buchbinden, lese ich amüsierliches:
„Zu den neuern Erfindungen gehört das wohl nicht sehr zweckmäßige Einbinden ohne Nadel und Faden; der Rücken wird etwas tiefer als sonst eingesägt, mit dünnem Leimwasser getränkt, in jeden Einschnitt eine mit starkem Leim bestrichene Schnur gelegt und der Rücken nochmals mit dickem Leimwasser übergangen.” (Anm. pz: Mit Leimwasser meint der Autor Kleister, oder damals auch „Papp” genannt, der in verschiedenen Viskositäten zu unterschiedlichsten Arbeiten benutzt wurde.)
Wer sich für das Original-Werk interessiert, sollte googeln. Entweder beim google kostenlos & digital oder in Echt, dann aber antiquarisch-teuer. Viel Spaß!