Pic-found-on-a-Card: Wolf Vostells „Salat”, Foto wahrscheinlich 2002 im vorübergehen gemacht, zeigt - glaube ich jedenfalls - das Objekt „1a Salatkopf”, aber genau weiss ich das nicht mehr.
Egal, ein solches Objekt vom Kölner Großmeister (Fluxus, Happening, Performance, Multimedia und Enviroment), könnte ich mir eh nicht leisten. Und ich möchte auch nicht wissen, wie viele dieser herrlichen alten Salatkisten aus dem Vorgebirge bereits einem Feuerchen in Wohnzimmerkamin geopfert wurden – der unübersehbaren Signatur zum Trotze.
Samstag, 6. Februar 2010
Freitag, 29. Januar 2010
Buchbinden : Knopflochseide für Kapitalband
Buchbinderisch Bewegte benötigen dieses kostbare Gut der Fa. Gütermann, in englischen Texten gern auch als Guterman bezeichnet. In den letzten noch verbliebenen Nähgarnschränken der Kaufhäuser, EK-Zentren etc. fristet die schöne dicke Knopflochseide (R 753) ein trauriges Ghettodasein neben grässlichen Lurexfäden und gruseligen Smoggummis.
Immerhin bekomme ich in dem von handarbeitskundigen türkischen Damen stark frequentierten Laden in der Nähe ein paar Grundfarben, vor allem beige, welches ich verachte. Das aufgeregte Getuschele der Damen, wenn sich ein Kerl durch die fachsimpelnden Damen-Reihen durcharbeitet, um kleine Röllchen genäschig auszusuchen, über die schwachbrüstige Auswahl zu meckern und dann doch zu kaufen, das macht richtig Spass.
Weil ich nicht für ein-zwei Röllchen á 1,20 € in die City fahren möchte, habe ich ein paar Versuche gestartet, bei ebay zuzuschlagen. Es ist mir auch gelungen, vor allem habe ich nun 28 antike Röllchen in Knall-Anthrazit, welches in den Kalker Arkaden nie vorrätig ist, mich aber bis an das Ende meiner Tage mit dunklem Kapitalfaden versorgt. Mein spontaner Reisstest sagt: Super Vorkriegsware!
Gestern streifte mich allerdings der Schlag, als ich die Ergebnisse für diese von mir beobachteten Versteigerungen las: Angeboten wurden 4 Konvolute mit je 28 Röllchen Gütermann (Guterman) Knopflochseide.
Nr. 1; grau, anthrazit, silber, ging mit 5 Geboten für dumpingmäßige 5,56 + Versand weg. Schade, ich hatte letzte Woche 80 Cent mehr bezahlen müssen, hatte dafür aber weniger Versandkosten.
Nr. 2; dunkelgrau, schwarz, 10 Gebote, 15,50 + Versand, das ging ja noch, vertretbar.
Jetzt aber, bei Nr. 3; silbrig, dunkelrot, gold, gab's 13 Gebote und einen sich gewaschen habenden Preis von 42,50 + Versand.
Dieses Preiswunder wurde aber noch getopt, weil die Schachtel mit rot, gelb, gold(ig) mit 17 Geboten einen Preis von 61,00 + Versand brachte. Das ist fast das Doppelte des Ladenpreises. Dafür könnte ich die begehrten Röllekens bei einem der feinsten Buchbinderbedarfslieferanten, Hewitt in London, bestellen und mir per Luftpost liefern lassen. Ich frage nur, was soll's.
Nun habe ich zufällig ergoogelt, dass es auch in Japan buchbindegeeignete Knopflochseide gibt, Kanagawa heisst die Marke und die Firma zeigt sehr schöne Farben. Ich habe mal in meinem allerbesten Schulenglisch hingemailt und hoffe auf Antwort, ob und wo es die kostbaren Fäden in Europa zu kaufen gibt. Wer weiss da evtl. mehr?
Nr. 1; grau, anthrazit, silber, ging mit 5 Geboten für dumpingmäßige 5,56 + Versand weg. Schade, ich hatte letzte Woche 80 Cent mehr bezahlen müssen, hatte dafür aber weniger Versandkosten.
Nr. 2; dunkelgrau, schwarz, 10 Gebote, 15,50 + Versand, das ging ja noch, vertretbar.
Jetzt aber, bei Nr. 3; silbrig, dunkelrot, gold, gab's 13 Gebote und einen sich gewaschen habenden Preis von 42,50 + Versand.
Dieses Preiswunder wurde aber noch getopt, weil die Schachtel mit rot, gelb, gold(ig) mit 17 Geboten einen Preis von 61,00 + Versand brachte. Das ist fast das Doppelte des Ladenpreises. Dafür könnte ich die begehrten Röllekens bei einem der feinsten Buchbinderbedarfslieferanten, Hewitt in London, bestellen und mir per Luftpost liefern lassen. Ich frage nur, was soll's.
Nun habe ich zufällig ergoogelt, dass es auch in Japan buchbindegeeignete Knopflochseide gibt, Kanagawa heisst die Marke und die Firma zeigt sehr schöne Farben. Ich habe mal in meinem allerbesten Schulenglisch hingemailt und hoffe auf Antwort, ob und wo es die kostbaren Fäden in Europa zu kaufen gibt. Wer weiss da evtl. mehr?
Sonntag, 24. Januar 2010
Noname book vom Feinsten
Zu den Zeiten als ich noch wohlbestallter PR-Funktioner in einem mittelständischen Pharma-Unternehmen war, mussten wir den Kostengöttern die Hausdruckerei opfern. Alle Mitarbeiterinnen u. Mitarbeiter, bis auf einen wahrhaft Unvermittelbaren, konnten wir in regionalen Grafischen Betrieben unterbringen! Nachdem alle Menschen vertrieben und die Maschinen demontiert waren, blieben noch der Bleisatz, der sachgerecht entsorgt wurde, weil ihn niemand geschenkt wollte, und das Papierlager übrig. Alle geriesten Papiere hat ein strahlender Mitbewerber aufgekauft. Alle Klein-Reste wurden zwischen einer Kollegin, die auch Bücher band, und mir aufgeteilt. Dabei fand ich einige wenige schöne Raritäten. Aus einem kleinen Stapel Blankobögen habe ich dieses Skizzenbuch gemacht.
Ich nenne es das ‚Namenlose’, denn es könnte auf Wunsch noch eine Titelprägung bekommen. Technische Daten: Buchblock aus 110 g/qm Hammermühle (Wasserzeichen), matt, chamoix, 19 x 19 cm, auf drei Bänder fadengeheftet, extraschmaler, gerader, feingenarbter weinroter Lederrücken, weinrotes Iris als Bezug über 1,5 mm Maschinenlaufpappe, Vorsätze aus mauvefarbenem Fabriano. Das Skizzenbuch lässt sich flach aufschlagen und ist natürlich auch als ‚Reinschreibbuch’ geeignet. Haben Sie schon einmal das besondere Vergnügen genossen, mit einem richtigen Füller und richtiger Tinte auf einem Hammermühlenbogen zu schreiben? Nein? Da fehlt Ihnen etwas.
Wg. allersparsamsten Materialeinsatzes mache ich auch einen günstigen Preis, yavol!
=> Das Skizzenbuch habe ich meinem Online-Freund Ralf reserviert, der mir als Gegenleistung … äh, ja, das wird eine eigene Geschichte, die ich aber erst dann freilassen möchte, wenn sie spruchreif ist. Es hat auf jedenfall etwas mit - Überaschung! - Büchern zu tun.
Ich nenne es das ‚Namenlose’, denn es könnte auf Wunsch noch eine Titelprägung bekommen. Technische Daten: Buchblock aus 110 g/qm Hammermühle (Wasserzeichen), matt, chamoix, 19 x 19 cm, auf drei Bänder fadengeheftet, extraschmaler, gerader, feingenarbter weinroter Lederrücken, weinrotes Iris als Bezug über 1,5 mm Maschinenlaufpappe, Vorsätze aus mauvefarbenem Fabriano. Das Skizzenbuch lässt sich flach aufschlagen und ist natürlich auch als ‚Reinschreibbuch’ geeignet. Haben Sie schon einmal das besondere Vergnügen genossen, mit einem richtigen Füller und richtiger Tinte auf einem Hammermühlenbogen zu schreiben? Nein? Da fehlt Ihnen etwas.
Wg. allersparsamsten Materialeinsatzes mache ich auch einen günstigen Preis, yavol!
=> Das Skizzenbuch habe ich meinem Online-Freund Ralf reserviert, der mir als Gegenleistung … äh, ja, das wird eine eigene Geschichte, die ich aber erst dann freilassen möchte, wenn sie spruchreif ist. Es hat auf jedenfall etwas mit - Überaschung! - Büchern zu tun.
Freitag, 15. Januar 2010
Buchbinden international - book swap stressless
Die kleinen, echt lockeren Wettbewerbe, book swap genannt, sind jedesmal ein veritabler Spaß, sieht man doch einmal im Jahr, was unter international vernetzten Buchbindefreunden, Profis und Amateuren, an kleinen feinen Bücherlein gefertigt wird. Es gibt immer ein unter den Interessenten vereinbartes Thema, und das lautete diesmal: girdle book, zu deutsch Beutelbuch. Vereinbart war, dass es eine frei interprätierbare Arbeit sein soll, nicht unbedingt eine historisch genaue Kopie. Damit wären viele von uns auch überfordert, denn wer kann schon - Hand aufs Herz - dicke Bretter zu Buchdecken verarbeiten, diese dann mit edlen (teuren) Buchverschlüssen versehen und schließlich in ein großes (mind. 50x70 cm messendes) Rehleder (auch teuer) einbinden. Also wurde beschlossen, dass es ein K.o-Kriterium geben muss: Das girdle book (Beutelbuch) „should have some means of attachment to a belt”.
So mag sich denn der Konservative & Wahrer traditioneller Buchbindekunst abwenden, doch warum sollte nicht eine zeitgemäße Interprätation des mittelalterlichen Vorbilds möglich sein?
Und siehe da: Gestern nun brachte der Postbote die Arbeit von Hilke (buechertiger) ins Haus, ein absolut aktuelles Beutelbuch, komplett für einen der mühevollen Besuche im unmöglichen Möbelhaus konzipiert und nahezu einhundertprozentig aus IKEAS Werbe-, Informations- u. Verpackungsmaterial gefertigt. Eingebunden hat Hilke das ca. 8x11,5x3 cm messende Büchlein in ein Stück von dieser unkaputtbaren blitzeblauen, nylonverstärkten Plastikfolie, aus denen die ach so praktischen und aufnahmefähigen Einkaufstaschen für das Möbeleinkaufsparadies gefertigt werden. Und wieder kann ich meiner anschwellenden Sammlung internationaler Buchpräsziosen ein Exemplar hinzufügen. Als da zu bestaunen wären: ein NagHamadi-Nachbau aus Norwegen, ein Skizzenbuch in asiatisches Wachstuch eingebunden aus NL und nun aus Deutschland nun ein IKEA-Beutelbuch. Ha!
So mag sich denn der Konservative & Wahrer traditioneller Buchbindekunst abwenden, doch warum sollte nicht eine zeitgemäße Interprätation des mittelalterlichen Vorbilds möglich sein?
Und siehe da: Gestern nun brachte der Postbote die Arbeit von Hilke (buechertiger) ins Haus, ein absolut aktuelles Beutelbuch, komplett für einen der mühevollen Besuche im unmöglichen Möbelhaus konzipiert und nahezu einhundertprozentig aus IKEAS Werbe-, Informations- u. Verpackungsmaterial gefertigt. Eingebunden hat Hilke das ca. 8x11,5x3 cm messende Büchlein in ein Stück von dieser unkaputtbaren blitzeblauen, nylonverstärkten Plastikfolie, aus denen die ach so praktischen und aufnahmefähigen Einkaufstaschen für das Möbeleinkaufsparadies gefertigt werden. Und wieder kann ich meiner anschwellenden Sammlung internationaler Buchpräsziosen ein Exemplar hinzufügen. Als da zu bestaunen wären: ein NagHamadi-Nachbau aus Norwegen, ein Skizzenbuch in asiatisches Wachstuch eingebunden aus NL und nun aus Deutschland nun ein IKEA-Beutelbuch. Ha!
Mittwoch, 13. Januar 2010
Buchbinden ohne Nadel und Faden …
… aber mit guter Haltbarkeit, wie Grafik zeigt. In Jackie's Book Arts Forum gab es einen leisen, milden Streit über das Für und Wider des Lumbeckens, sinnigerweis' im englischen „perfect binding” genannt. Ich finde, dass diese alternative Bindemethode für Zeitschriften, Lose-Blatt-Stapel und ähnliche Schrecknisse des Buchbinderhandwerks - vor allem von Amateuren - gerne mit gerümpfter Nase ignoriert wird. Denn ein mit Sorgfalt gelumbeckter Buchblock ist, richtig aufgebaut, ziemlich unkaputtbar, schnell zu erstellen und mit ein paar klassischen Buchbindertricks (z.B. einem schönen Kapitalband und einem ordentlichen Einband) vom gehefteten Buch so schnell nicht zu unterscheiden.
Oder was soll ich machen, wenn ich, wie bereits im letzten Post erwähnt, eine hammermäßig abgeleimte, fadengeheftete Buchbinderfachbuchruine mit zwei losen Lagen und nicht rechtwinklig geschnittenem Block günstigst kaufen kann? Easy: Rücken weg, lumbecken und weiter wie ein „richtiges” Buch behandeln.
Mehr und fachlich Gutes in dieser Broschüre aus dem Antiquariat: »Percival, G.S.; Graham, R.A.; Unsewn Binding; the Dryad Press, Leicester, erschienen 1959.
Oder was soll ich machen, wenn ich, wie bereits im letzten Post erwähnt, eine hammermäßig abgeleimte, fadengeheftete Buchbinderfachbuchruine mit zwei losen Lagen und nicht rechtwinklig geschnittenem Block günstigst kaufen kann? Easy: Rücken weg, lumbecken und weiter wie ein „richtiges” Buch behandeln.
Mehr und fachlich Gutes in dieser Broschüre aus dem Antiquariat: »Percival, G.S.; Graham, R.A.; Unsewn Binding; the Dryad Press, Leicester, erschienen 1959.
Freitag, 8. Januar 2010
Buchbinden - Einige neue Vorsätze in 2010 bereits erledigt
Blankbücher (Schreib-, Skizzen-, Aquarellbücher) binden, langweilt nach einer gewissen Zeit. Bedruckte Bögen müssen her. Leider sind wir nicht in Frankreich, wo es noch viele interessante alte und neue Literaturen in Form dieser unaufgeschnittenen Paperbacks zu kaufen gibt, die sich so schön individuell einbinden lassen.
Auf der Suche nach Rohbögen wird unsereiner gelegentlich fündig, beim Antiquar oder auch beim Fachverlag, wo Buchbinder-Azubis sich das Rohmaterial für ihre Zwischen- oder Gesellenprüfung beschaffen können. Neu, in Augenhöhe, stehen nun auf meinem Brett für Buchbindebücher:
_ Gerhard Zahn, Grundwissen für Buchbinder, Schwerpunkt Einzelfertigung, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe, 2. verb. Aufl. 1992, 324 S, zahlreiche SW- u. einige farbige Abb.
»Fazit nach einmal Schnell-/Querlesen: Viel Theorie, einschl. einer Menge didaktischer Hilfen. Verbunden mit der praktischen Arbeit in der Werkstatt sicherlich eine feine Sache.
»» Ich hab's bradelmäßig auf drei 10mm-Bänder geheftet, Zerkall-Vorsätze geklebt, Kapitalbänder handgemacht, den Rücken schön gerundet und in türkisfarbenes Iris eingebunden.
_ Karl Dratva, Fachkunde für Buchbinder, Österreichischer Gewerbeverlag, Wien, 2. Auflage, 1966; 277 Seiten, durchgehend sw-illustriert.
»Fazit ähnlich wie beim Zahn; allerdings gibt es noch eine Menge zusätzlicher Tips aus ‚alter Zeit’ für Lederverarbeitung und Finish zu entdecken, die mir bisher noch nicht begegnet sind. Hinzu kommen die unumgänglichen Austriazismen der BuBi-Fachsprache, die mich gelegentlich schmunzeln lassen.
»» Den Dratva-Buchblock, schön gerundet aber falsch geheftet und schon kräftig abgeleimt, habe ich als Ruine dem Antiquar in Wien für ein paar Netsch (österr. für ‚kleines Geld’) abschwatzen können. Da sich der Leim nicht lösen ließ, musste ich damit in den Keller und den Rücken wieder geradeklopfen und unter dem Blockschneider radikal entfernen sowie den vorderen Schnitt angleichen. Ich habe neue Vorsätze angepappt, den Rücken mehrfach eingesägt und zur Stabilisierung Fäden eingezogen, den Block neu gerundet und ordentlich gelumbeckt. Auch diesmal habe ich einen extrem schmalen dunkelbraunen Lederrücken (aus einem Stück Möbelleder) gemacht und die Decke mit Rohleinen bezogen.
»»» Da beide Bücher ohne jegliche äußere/typografische Gestaltung geblieben sind, warte ich noch mit Fotos. Doch der Beschluss ist gefasst, mir eine kleine Elektroplatte mit Thermostat zu kaufen, um meine schönen alten Prägewerkzeuge einzusetzen. Der zaghafte Versuch, über der Gasflamme in der Küche musste schnell abgebrochen werden, weil die Stempel schwarz verrußten und der Gestank den Protest der Ehegattin provoziert hat.
Auf der Suche nach Rohbögen wird unsereiner gelegentlich fündig, beim Antiquar oder auch beim Fachverlag, wo Buchbinder-Azubis sich das Rohmaterial für ihre Zwischen- oder Gesellenprüfung beschaffen können. Neu, in Augenhöhe, stehen nun auf meinem Brett für Buchbindebücher:
_ Gerhard Zahn, Grundwissen für Buchbinder, Schwerpunkt Einzelfertigung, Verlag Beruf + Schule, Itzehoe, 2. verb. Aufl. 1992, 324 S, zahlreiche SW- u. einige farbige Abb.
»Fazit nach einmal Schnell-/Querlesen: Viel Theorie, einschl. einer Menge didaktischer Hilfen. Verbunden mit der praktischen Arbeit in der Werkstatt sicherlich eine feine Sache.
»» Ich hab's bradelmäßig auf drei 10mm-Bänder geheftet, Zerkall-Vorsätze geklebt, Kapitalbänder handgemacht, den Rücken schön gerundet und in türkisfarbenes Iris eingebunden.
_ Karl Dratva, Fachkunde für Buchbinder, Österreichischer Gewerbeverlag, Wien, 2. Auflage, 1966; 277 Seiten, durchgehend sw-illustriert.
»Fazit ähnlich wie beim Zahn; allerdings gibt es noch eine Menge zusätzlicher Tips aus ‚alter Zeit’ für Lederverarbeitung und Finish zu entdecken, die mir bisher noch nicht begegnet sind. Hinzu kommen die unumgänglichen Austriazismen der BuBi-Fachsprache, die mich gelegentlich schmunzeln lassen.
»» Den Dratva-Buchblock, schön gerundet aber falsch geheftet und schon kräftig abgeleimt, habe ich als Ruine dem Antiquar in Wien für ein paar Netsch (österr. für ‚kleines Geld’) abschwatzen können. Da sich der Leim nicht lösen ließ, musste ich damit in den Keller und den Rücken wieder geradeklopfen und unter dem Blockschneider radikal entfernen sowie den vorderen Schnitt angleichen. Ich habe neue Vorsätze angepappt, den Rücken mehrfach eingesägt und zur Stabilisierung Fäden eingezogen, den Block neu gerundet und ordentlich gelumbeckt. Auch diesmal habe ich einen extrem schmalen dunkelbraunen Lederrücken (aus einem Stück Möbelleder) gemacht und die Decke mit Rohleinen bezogen.
»»» Da beide Bücher ohne jegliche äußere/typografische Gestaltung geblieben sind, warte ich noch mit Fotos. Doch der Beschluss ist gefasst, mir eine kleine Elektroplatte mit Thermostat zu kaufen, um meine schönen alten Prägewerkzeuge einzusetzen. Der zaghafte Versuch, über der Gasflamme in der Küche musste schnell abgebrochen werden, weil die Stempel schwarz verrußten und der Gestank den Protest der Ehegattin provoziert hat.
Sonntag, 13. Dezember 2009
IN MEMORIAM
Meine Mutter:
Petronella Karoline Zillig, geb. Leonhard
»Nelli«
28. Februar 1915 — 30. November 2009
Mein Freund:
Anton Willem ter Mors
»Toon«
19. Mai 1944 — 6. Dezember 2009
Ruhet in Frieden!
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